Übersicht

Auswahlkriterien

Baureihe 648 (Cordia LINT 41; VT)

Baureihe 609.1 (Integral S5D95; VT)

Baureihe 424 („Quietschie“; ET)

Baureihe 425 („Quietschie“; ET)

Baureihe 426 („Babyquietschie“; ET)

Restliches Rollmaterial

Auswahlkriterien

Die Fahrzeuge werden, sofern eine Auswahl vorhanden ist, nach Eignung (für Strecke, Fahrpersonal & Fahrgäste), Zustand, verfügbarer Stückzahl und Preis ausgewählt.

Baureihe 648 (Cordia LINT 41; VT)

Die Dieseltriebwagen der Baureihe 648 mit Hocheinstieg 780 mm gehören zu der modularen LINT-Triebwagenfamilie der Herstellerfirma Alstom und sind mit einem Alter von maximal 25 Jahren noch längst nicht am Ende der gewöhnlichen Einsatzzeit eines Triebwagens. Die Länge eines Triebzuges lässt sich im fachsprachlichen Namen ablesen: 41 Meter. Ein Triebzug besteht aus 2 Wagen mit jeweils einer Tür pro Seite und insgesamt 3 Drehgestellen. Es werden die beiden Enddrehgestelle angetrieben, während das Jakobsdrehgestell in der Wagenmitte als Laufdrehgestell unmotorisiert mitläuft. Die Triebwagen erreichen je nach Bauserie eine Höchstgeschwindigkeit von 120-140 km/h. Sie sind mit einer Mittelpufferkupplung ausgerüstet, die das schnelle Kuppeln und Entkuppeln mehrerer Zugteile ermöglicht. Die Sitzverteilung in den Fahrgasträumen ist offen gestaltet und mit Ausnahme der Toilette. Des Weiteren sind 1.-Klasse-, 2.-Klasse- und Mehrzweckbereiche, eine behindertengerechte, großzügig ausgeführte Toilette sowie ein spärliches Fahrgastinformationssystem Teil der Grundausstattung dieser Züge. Trotz einiger Vorzüge bedarf es durchaus einigen Modernisierungen, beispielsweise ist die Klimaanlage in den meisten Fahrzeugen inzwischen recht unzuverlässig Die Beschaffung dieser Fahrzeuge ist aufgrund von hoher erhaltener Stückzahl einfach was auch eine Ersatzteilbeschaffung erleichtern würde. Besonders im Blickfeld befinden sich die 648.3, die seit 2009 im Netz Nah SH unterwegs sind und nun mit ihrem Gasteinsatz bei erixx Holstein auf ihre Ablösung durch neue Flirt Akku Züge warten. Allerdings werden auch die 648.0, die sich aktuell mangels Gebrauch im DB Stillstandsmanagement befinden, in Betracht gezogen. Es ist die Beschaffung von 5-10 Fahrzeugen geplant.

Baureihe 609.1 (Integral S5D95; VT)

Der Integral S5D95 ist ein Einzelmodell der Jenbacher Transportsysteme AG, die nach Auslieferung aller 17 Integrale an die Bayerische Oberlandbahn 1998 aufgrund von Verlusten im zweistelligen Millionenbereich ihre Verkehrssparte an Connex und die restlichen Firmenanteile an General Electrics verkaufte. Wichtig: die Integrale sind nicht zu verwechseln mit VT2E, welche unter der Baureihenbezeichnung 609.0 laufen, weshalb die Fahrzeugnummerierung der Integrale bei 101 und nicht 001 beginnt. Die Länge dieser Züge beträgt ca. 54 Meter. Ihr Aufbau ist unüblich. Sie verfügen über zwei hochflurige Endtriebwagen und einen hochflurigen mittleren Laufwagen mit jeweils 2 Achsen pro Wagen. Zwischen jeweils einem Endtriebwagen und dem mittleren Laufwagen sind niederflurige, radlose Segmente mit 2 Türen pro Seite eingehängt. Einer der Endwagen ist mit zwei Motoren ausgestattet, von denen jeder seine Leistung per Getriebe auf je eine Achse überträgt. Der andere Endwagen, in dem sich die 1. Klasse befindet, ist mit einem Motor ausgestattet, der seine Leistung an eine Achse überträgt. Es sind 1.-Klasse-, 2.-Klasse- und Mehrzweckabteile, sowie eine behindertengerechte Toilette vorhanden. Das Fahrgastinformationssystem ist zeitgemäß, jedoch gilt dies nicht für die Software. Auch diese Fahrzeuge bedürfen ein wenig Zuneigung. Aktuell befinden sich alle Integrale in zweiter Hand bei der Regiobahn Fahrbetriebs GmbH mit Hauptsitz in Mettmann. Sie fahren als S28 der S-Bahn Rhein-Ruhr, sowie als RE47 in Nordrhein-Westfalen. Für Dezember 2026 ist geplant, die Linie S28 komplett zu elektrifizieren und auf entsprechende Fahrzeuge umzustellen. Der Verkehrsvertrag für den RE47 läuft bis voraussichtlich 2028. Nach Möglichkeit ist eine direkte Übernahme aller bis dahin noch existierenden Fahrzeuge geplant.

Baureihe 424 („Quietschie“; ET)

Der ET 424 ist eine speziell für die S-Bahn Hannover angeschaffte Variante des Regionalverkehrklassikers ET 425 (beide Baureihen sind miteinander beliebig koppelbar). Seine Länge beträgt, wie bei jedem „normalen“ Quietschie knapp 68 Meter. Er besteht aus 4 Segmenten, die jeweils durch Jakobsdrehgestelle miteinander verbunden sind. Jeweils an den Enden des Zuges ist ein weiteres Drehgestell. Bis auf das Mittlere sind alle motorisiert. Er verfügt über eine übliche Scharfenberg-Kopplung, 2 Doppelschwenkschiebetüren pro Seite und Wagen (mit einer Einstiegshöhe von 798mm und ergänzt durch eine ausfahrbare Trittstufe zur Spaltüberbrückung), eine behindertengerechte Toilette in Wagen 1, einen Mehrzweckabteil in Wagen 4, sowie ein 1.-Klasse-Abteil sowohl in Wagen 1 als auch in Wagen 4. Der Zustand der Fahrzeuge lässt sich schwer beurteilen, da sie Stück für Stück für den Einsatz in ihren neuen Einsatzgebieten vorbereitet werden. 15 der 40 Triebzüge werden wegen Fahrzeugmangels ab Dezember 2023 bei der S-Bahn München auf den Linien S2 und S20 ohne 1. Klasse und ohne Toilette zum Einsatz kommen. Diese Fahrzeuge verkehren dort im für die dortigen ET 423 üblichen Design und bleiben bis laut Plan 2026 im Einsatz. Ebenfalls im Zeitraum von Dezember 2023 bis 2026 sollen die restlichen 25 Fahrzeuge bei der S-Bahn Köln mit einem anderen Redesign zum Einsatz kommen, wobei diese dort aufgrund von Regelungen zum Verkehrsvertrag die Baureihe 420 ablösen sollen. Je nach Zustand/vorhandener Stückzahl/Möglichkeiten ist hier eine Beschaffung einer Mischmenge aus ca 25 Fahrzeugen der Baureihen 424 und 425 geplant (davon mindestens 9 ET 425).

Baureihe 425 („Quietschie“; ET)

Der ET 425 ist einer der einheitlichsten und doch vielfältigsten Triebzüge im Nahverkehr Deutschlands. Seine Länge beträgt knapp 68 Meter. Er besteht aus 4 Segmenten, die jeweils durch Jakobsdrehgestelle miteinander verbunden sind. Jeweils an den Enden des Zuges ist ein weiteres Drehgestell. Bis auf das Mittlere sind alle motorisiert. Er verfügt über eine übliche Scharfenberg-Kopplung, 2 Doppelschwenkschiebetüren pro Seite und Wagen, eine behindertengerechte Toilette in Wagen 1, einen Mehrzweckabteil in Wagen 4, sowie ein 1.-Klasse-Abteil sowohl in Wagen 1 als auch in Wagen 4 (in den meisten Fahrzeugen ist ein Abteil aus Kapazitätsgründen deklassiert). Er verfügt zusätzlich zur Ausstattung des ET 424 über einen Rollstuhlhublift an der jeweils ersten und letzten Tür, sowie einen Tempomaten, mit dem er LZB-geführt 160km/h erreichen kann. Eine besonders interessante Version des ET 425 ist der 425+, dessen Innenraum für den Einsatz in NRW um 2010 stark verändert wurde. Da es sehr viele Fahrzeuge und Einsatzgebiete gibt, dauert es zu lange alles einzeln aufzuzählen. Die Ausstattung der Fahrzeuge spielt kaum in die Eignung für die Weyarnbahn hinein, da einige Bereiche wie die 1.-Klasse-Bereiche und der Hublift zwischen Effektivität und Komfort neu abgewogen werden müssen. Für eine mögliche Kooperation mit dem Betreiber der Mangfalltalbahn (Holzkirchen<->Rosenheim), in der Fahrzeuge kombiniert verkehren, würden nach Absprache eine Hand voll Fahrzeuge im Einrichtungsstil des Betreibers redesignt und auf genannter Strecke eingesetzt werden. Geplant ist die Anschaffung von einer Mischmenge aus ca 25 Fahrzeugen der Baureihen 424 und 425 (davon mindestens 9 ET 425), evtl weiteren Fahrzeugen für die Mangfalltalbahn sowie anderen neuen Nahverkehrsprojekten neben der Weyarnbahn.

Baureihe 426 („Babyquietschie“; ET)

Der ET 426 ist die „halbierte“ Version des ET 425. Er hat eine Länge von ca. 36,5 Metern. Es gibt insgesamt noch 41 Fahrzeuge dieses Typs, von denen einer modernisiert für die S-Bahn Stuttgart, und sechs für die Bodensee-Oberschwabenbahn unterwegs sind. Weitere Modernisierungen gab es nicht, von daher sind sich die meisten Modelle im gleichen Grundzustand und es müssten Aufarbeitungen ähnlich wie diese für die ET 425 vorgenommen werden. Geplant ist die Beschaffung von 3-5 Fahrzeugen, zunächst für den Erstbetrieb der Stichstrecke nach Weyarn, später zur passgenauen Verstärkung der ET 425.

Restliches Rollmaterial

Es ist zusätzlich die Anschaffung einiger weiterer, „beliebiger“ Fahrzeug, beispielsweise zum Schließen der Taktlücken der BRB-Oberland zwischen Holzkirchen und München, geplant. Sich anbietende Fahrzeuge dafür sind beispielsweise ET 440 (o.ä.), 442 (o.ä.) oder 427 (o.ä.), allerdings wäre auch der Einsatz lokbespannter Züge nicht ausgeschlossen. Ziel dieser Kategorie ist die regelmäßige Schulung/Baureihenlizenzerhaltung einzelner Lokführer auf bestimmten Fahrzeugen, sodass diese mehr Abwechslung im Berufsalltag geboten bekommen, allerdings auch notfalls bei Lokführerengpässen anderer Betreiber einspringen können. Flexibilität, Innovation, Nachhaltigkeit und Stabilität für den Schienenverkehr – das ist das Ziel.